Multiple Sklerose

Bei der Multiplen Sklerose, kurz MS genannt, handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS). Die MS ist eine der häufigsten Nervenerkrankungen. Betroffen sind 30-70 auf 100‘000 Einwohner. Interessanterweise nimmt die Erkrankungshäufigkeit auf der nördlichen Halbkugel mit wachsender Entfernung zum Äquator zu. In Afrika sind es nur noch 0-4 Erkrankungen auf 100‘000 Einwohner.

Betroffen sind vor allem Frauen zwischen dem 20. bis 40. Lebensjahr. Je jünger der Betroffene beim Krankheitsausbruch ist, desto ungünstiger die Prognose.

 

Ursache der MS

Die Ursache der MS ist bis heute noch unbekannt. Folgende Faktoren spielen vermutlich eine Rolle:

  • Genetische Disposition
  • Autoimmungeschehen
  • Allergien
  • Ernährung
  • Umweltfaktoren
  • Infektionen

 

Was genau ist MS

Bei der MS handelt um eine chronisch-entzündliche Erkrankung die in Schüben verläuft. Im Falle der MS wird die Myelinscheide der Nerven (die isolierende Schicht) angegriffen und somit langsam abgebaut. Ohne isolierende Markscheiden ist keine geordnete Erregungsweiterleitung möglich, sodass es je nach Lokalisation zu unterschiedlichen Funktionsstörungen kommt. Da dieser chronisch-entzündliche Prozess in jedem Teil des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark) auftreten kann, sind die Symptome von Patient zu Patient sehr unterschiedlich.

 

 

Symptome der MS

Das Krankheitsbild wird klassischerweise von dem sogenannten „Charcot-Trias“ begleitet und beinhaltet die folgenden 3 Symptome:

  • Nystagmus (Augenzittern)
  • Skandierende Sprache (langsam und schleppendes Sprachverhalten)
  • Intentionstremor ( Bei zielartigen Bewegungen, z.B. beim Greifen eines Objektes, kommt es zum Zittern)

Weitere Symptome sind:

  • Sehstörungen
  • Taubheitsgefühl
  • Gliederschwäche
  • Steife in den Gliedmassen
  • Spastische Lähmung
  • Blasen- und Potenzstörung
  • Psychische Veränderungen
  • Kopfschmerzen
  • Nachlassen der Gedächtnisleistung

 

Aus der Sicht der chinesischen Medizin

Die Multiple Sklerose ist auf Grund ihrer Vielfältigkeit ein sehr komplexes Gebiet innerhalb der chinesischen Medizin. Grundsätzlich besteht immer eine Fülle an „Feuchtigkeit/Schleim“ in den Leitbahnen. So werden die verschiedenen Meridiane „verstopft“ und sie können ihre Aufgaben nicht mehr ordnungsgemäss oder nur noch verlangsamt ausführen. Je nach betroffenem Meridian wird auch irgendwann das dazugehörende Organ, nach TCM, in Mitleidenschaft gezogen.

Anfangs zeigt sich dies in einer Magen-Milz Qi Schwäche, was sich in Symptomen wie Schwächegefühl der Gliedmassen, Gehschwierigkeiten und Konzentrationsstörungen zeigen kann. In einem späteren Stadium werden auch die Nieren und Leber geschwächt und es bildet sich innerer Wind. Die Symptome dafür sind ähnlich dem westlichen Bild, Schwindel, Sehstörungen, Tremor (Zittern), Taubheitsgefühl, Blasenstörungen etc.

Man sieht an diesem Beispiel sehr gut die Ähnlichkeit zwischen der chinesischen und westlichen Medizin. Es ist zu beachten, dass die chinesische Anschauung der Organe nicht mit jener der Schulmedizin gleichzusetzen ist.

 

Therapie

Die Krankheit gilt bis heute als unheilbar, die Therapie liegt in der Behandlung der Entzündung, dem Vermeiden/Herauszögern der Schübe und der Linderung der Symptome.

Je nach chinesischem Muster wird mittels der Akupunktur der jeweilige Meridian behandelt. Die Behandlung aus einer Kombination von klassischer Akupunktur, koreanischer Akupunktur und der Master Tung Akupunktur hat sich in der Praxis sehr gut bewährt und zeigte bis anhin gute Erfolge.

Die Behandlung der MS mittels Akupunktur erfolgt unter schulmedizinischer Begleitung.