Wissenswertes zur traditionellen chinesischen Medizin (TCM)

 

Die Grundlagen der TCM

Die Grundlagen der TCM basieren auf über 2500 Jahren Erfahrung und Beobachtung. Das medizinische Wissen wurde von Generation zu Generation weitergegeben und auch schriftlich festgehalten. In der Zeit zwischen 400-200 v. Chr. entstand die wichtigste und einflussreichste schriftliche Überlieferung der TCM. Das „Huang Di Nei Jing“ (Der Gelbe Kaiser).

In diesem Werk erläutern Huang Di und sein Meister Qi Bo systematisch die Physiologie, Pathologie, Diagnostik und Therapie zur Behandlung von Krankheiten und Erhaltung der Gesundheit nach altem chinesischem Wissen. Die Reihe der sogenannten „grossen Klassiker“ bilden noch heute die Grundlage für die tägliche Praxisarbeit.

 

 

Die Kulturrevolution

In der Kulturrevolution entstanden unter Mao Zedong zwischen (1966-1976) wesentliche Reformen. Die chinesische Medizin sollte von jeglichen religiösen Aspekten und Mythen gesäubert werden. Somit wurde auch erstmals der Begriff „Traditionelle“ chinesische Medizin kurz TCM verwendet. Leider wurden während der Kulturrevolution viele schriftliche Werke vernichtet oder verboten.

Heutzutage jedoch findet die TCM allmählich wieder zu Ihren Wurzeln. Durch die Popularität der TCM im Osten wie auch im Westen werden immer mehr Nachforschungen unternommen. In weniger betroffene Regionen Chinas, sowie in den benachbarten Ländern, fand man verschiedene alte Werke, welche Wissen beinhalteten, das verdrängt oder gar verboten war. So befindet sich die TCM erneut in einem Wandel und es liegt an unserer Generation, wie die Geschichte weiter geschrieben wird.

Die TCM im Wandel der Zeit

Früher sah man die TCM als reine Präventionsmedizin an. Im alten China gingen die Menschen zum TCM Spezialisten, um sich präventiv gegen Krankheiten behandeln zu lassen. Je weniger „kranke“ Patienten der TCM Spezialist hatte, desto höher war sein Ansehen.

Diese rein präventive Ansicht ist im Laufe der Zeit immer mehr und mehr in Vergessenheit geraten. Heute werden Ärzte oder Therapeuten erst aufgesucht, wenn sich Symptome zeigen.

Die neuste Entwicklung geht in Richtung der sogenannten integrativen Medizin, in welcher sich die Schul- und Alternativmedizin nicht als Gegner sehen, sondern zum Wohl des Patienten Hand in Hand zusammenarbeiten. Die integrative Medizin hat grosses Potenzial und findet immer mehr Einzug in die Welt der Medizin.

 

 

Yin und Yang

Lao Zi – Dao De Jing

Dao erzeugt eins

道 生 一

dao erzeugt eins
一 生 二
eins erzeugt zwei
二 生 三
zwei erzeugt drei
三 生 万 物
drei erzeugt alles

Eins erzeugt zwei

Yin und Yang

In der TCM hängt die Gesundheit vom Gleichgewicht zwischen Yin und Yang ab. Dieses Gleichgewicht wird nicht durch einen statischen Zustand erreicht, sondern durch den ständigen Wandel in unserem Organismus.

Im Körper finden sich verschiedene Abhängigkeiten, Gegensätzlichkeiten und Interaktionen. Auch diese müssen, wie Yin und Yang, im Gleichgewicht interagieren, um die Gesundheit aufrecht zu erhalten.

 

Welche Rolle nehmen Yin und Yang im menschlichen Körper ein?

Zwei erzeugt Drei

Als Yin wird alles Substanzhafte z.B. Blut, Körperflüssigkeiten, Gewebe, Muskeln, Sehnen, das Gehirn usw. bezeichnet. Gleichzeitig steht Yin auch für Kälte und für den chronischen Aspekt einer Krankheit.

Das Yang wiederum verkörpert die Aktivität und beinhaltet auch die Lebensenergie Qi „tschii“, vergleichbar mit den chemischen Reaktionen und den Nervenimpulsen, welche die Aktivität aller Organe sowie Muskeln regeln. Gleichzeitig steht Yang auch für Wärme oder Hitze und für den akuten Aspekt einer Krankheit.

Ein Ungleichgewicht zwischen Yin und Yang äussert sich in verschiedenen Symptomen und Krankheiten. In der TCM wird dann von einem Disharmoniemuster gesprochen.

Drei erzeugt Alles

 

 

 

 

 

 

 

Die ZangFu – Organe

Als Zang Fu werden die verschiedenen Speicher- und Hohlorgane nach TCM verstanden. Milz, Herz, Perikard, Lunge, Niere und die Leber zählen zu den Zang – Speicherorganen und verkörpern das Yin. Magen, Dünndarm, Dickdarm, San Jiao, Blase und Gallenblase zählen zu den Fu – Hohlorganen und verkörpern das Yang.

In der Lehre der Zang Fu gehören jeweils ein Speicher- und ein Hohlorgan zusammen. Diese Paarung dient der reibungslosen Funktionalität. Ist der Qi Fluss eines dieser Organe gestört kann dies zu Disharmonien führen.

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Das Meridiansystem

Meridiane

Das Meridiansystem ähnelt einem Netzwerk, welches den ganzen Körper durchdringt, vergleichbar mit dem uns bekannten Kreislauf. Dieses Meridiansystem umhüllt unsere Haut, die Muskeln, Nerven, Gelenke, sowie unsere Organe und sorgt dafür, dass Qi und Blut ihre nährenden und funktionellen Aufgaben ausüben können. Eine Störung dieses Flusses kann sich in Symptomen und Krankheiten wiederspiegeln.

Über die zahlreichen Akupunkturpunkte kann der Fluss von Qi und Blut beeinflusst werden, was die Selbstheilungskräfte unterstützt.

 

 

 

 

 

 

Diagnose nach TCM

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Die Diagnose ist der wichtigste Prozess der ganzen Behandlung. Um ein umfassendes Bild der Disharmonie zu erhalten, wird zuerst ein Anamnesegespräch geführt. Hierzu werden alle körperlichen, geistigen und emotionalen Symptome erfasst. Auch der Werdegang der Krankheit, sowie allfällige Nebensymptome werden erfragt. Um ein umfängliches Bild zu erhalten  werden auch allgemeine Fragen zu Schlaf, Verdauung, Temperaturempfinden, Schwitzen, Appetit, Menstruation, etc. gestellt.Die Puls- und Zungendiagnose runden das Bild ab und können ergänzende Hinweise zur Diagnostik geben.

Aus der Summe der Befunde wird eine Diagnose nach TCM erstellt. Die Behandlungsstrategie wird dann individuell, passend zur Diagnose und zu Ihrer Person, erarbeitet.